Qualitätsentwicklung OES

tl_files/Bilder/Schulentwicklung/oes_logo_90k.jpgDer staatliche Erziehungs- und Bildungsauftrag ver­pflichtet die Schulen unter anderem dazu, junge Menschen „auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und Entwicklungen vorzube­reiten“. Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft wirken sich damit unmittelbar auf die Arbeit der be­ruflichen Schulen aus. Die einzelne berufliche Schule begegnet dem Anpassungsdruck mit individuellen Entwicklungsprozessen. Das Konzept OES möchte diese Prozesse unterstützen, die Zielorientierung er­höhen und zur Professionalisierung der schulischen Arbeit beitragen. OES steht hier für "Operativ Eigenständige Schule".

Der im Dezember 2006 eingeführte § 114 des Schul­gesetzes für Baden-Württemberg verpflichtet alle Schulen zur Selbst- und Fremdevaluation und damit zur internen und externen Überprüfung ihrer Quali­tät. Die bei der Evaluation gewonnenen Daten bilden eine Basis für die weitere Entwicklung der Schule, die durch Zielvereinbarungen mit der Schulverwaltung transparent und steuerbar wird.

Das Thema Schulqualität ist keineswegs neu: Auch bis­her engagieren sich Lehrerinnen und Lehrer für guten Unterricht und fördern Schulleitungen pädagogische und organisatorische Prozesse. In Ländervergleichen be­legt die berufliche Bildung Baden-Württembergs Spit­zenplätze. Nun gilt es, diese hohe Qualität zu sichern und auszubauen.

Systematische Qualitätsentwicklung im Konzept OES bedeutet, dass sich die am Schulle­ben Beteiligten gemeinsam mit dem Thema Qualität auseinandersetzen. Sie entwickeln ein verbindliches Leitbild, das die gemeinsamen Qualitätsvorstellungen absteckt; sie überprüfen, ob sie die festgelegten Ziele erreichen und passen ihr Handeln gegebenenfalls an. Wo die einzelne berufliche Schule dabei ihre Schwer­punkte setzt, hängt entscheidend vom Gestaltungs­willen aller Beteiligten und vom gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld ab. Immer steht jedoch das Lernen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt der Qualitätsentwicklung.

Was gewinnen Schulen, wenn sie sich einer systemati­schen Qualitätsentwicklung öffnen?
Feedbackprozesse zwischen den am Schulleben Beteiligten führen zu einem intensiven pädagogischen Austausch und erhö­hen die Unterrichtsqualität; Teambildung fördert die Abstimmung zwischen den Lehrkräften; der Sachbezug und Nutzen von schulischen Projekten steigt durch die Orientierung an gesetzten Zielen. Und: Schulen ge­winnen Transparenz und öffentliches Ansehen, wenn sie ihre Ergebnisse offen legen. Die häufig geäußerte Kritik an Schulen und Lehrkräften wird leiser, wenn sichtbar wird, was sie leisten und was sie unter den gegebenen Bedingungen eben nicht leisten können. So steigt die Akzeptanz der beruflichen Schule in ihrem jeweiligen Umfeld und nicht zuletzt die persönliche Arbeitszufriedenheit und Motivation der Lehrerinnen und Lehrer. OES hat das Potenzial, Schulen in einem Maße zu verändern, wie es schulorganisatorische Ein­zelmaßnahmen  nicht können.


Quelle: Broschüre des Kultusministeriums

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