Zweiter Tag der Technik 2019

Schweißen, Schalten, Tüfteln, Bauen- Zweiter „Tag der Technik“ an der FVS Reutlingen

Moritz Lamparter hat 2017 sein Abitur an der Steinbeis-Schule gemacht. Danach, so sagt der Einundzwanzigjährige , wusste er erst nicht so recht, was er tun solle. Da kam das Angebot eines Fachabteilungsleiters, beim Finden eines Ausbildungsplatzes zu helfen, gerade recht.  Schließlich bekam Lamparter eine Einladung sich beim Reutlinger Strickmaschinenhersteller STOLL zu bewerben.  Hier ist er im 2.Jahr als Azubi zum Elektroniker für Geräte und Systeme. „Die Ausbildung bei STOLL ist anspruchsvoll, das Betriebsklima passt“. Andere Azubis vor ihm haben einen 3-D Drucker gebaut, mit Teilen alter Strickmaschinen. Lamparter und sein Kollege Jonas Grauer erklären, dass sich an so einem Drucker alles, was in der Ausbildung wichtig sei, üben lasse:  Der Bau mechanischer Komponenten an Dreh- und Fräsmaschinen, hydraulische  und pneumatische Teile, die elektronische Steuerung. Alles das lernen die Azubis in verschiedensten Ausbildungsberufen bei der Firma STOLL.  Nach der Ausbildung könnte Lamparter vermutlich bei STOLL bleiben, denn die Übernahmechancen sind zur Zeit ziemlich gut. Vielleicht setzt er aber auch noch ein Ingenieurstudium drauf. Abgesehen davon ist die Firma STOLL eines der Unternehmen, die ein duales Studium anbieten- das hat den Vorteil, dass man sich, da man sein Gehalt bekommt, keine Sorgen um die Finanzierung machen muss.
Sarah Eberwein und Viktoria Eissler sind im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin. Sarah ist über ein einwöchiges Praktikum in der Realschule ans Auto gekommen und arbeitet für eine Volvo-Werkstatt.  Ihr Lieblingsauto in der modern ausgestatteten KFZ-Lehrwerkstatt der FVS ist ein silberner Mercedes Benz.  Viktoria dagegen zeigt auf einen schicken, ebenfalls silber-metallic-farbenen Audi. „Fehlersuche und Diagnostik“ findet Eberwein am spannendsten.  Herausfinden, wo es klemmt und dann Reparaturmaßnahmen durchführen. Die teilweise doch anstrengende Arbeit in der Werkstatt schreckt sie nicht, sie findet es schade, dass es im ersten Lehrjahr vier Berufsschultage sind und sie nicht häufiger im Betrieb mitarbeiten kann. Aber das würde sich schon im nächsten Jahr ändern. Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten sei für sie kein Problem, sie sei im Betrieb „voll akzeptiert“. Man merkt ihr die Freude an ihrem Beruf tatsächlich an. Und sie hat auch keine Angst, durch die verstärkt kommende Elektromobilität eines Tages ihren Job zu verlieren, Elektromobilität sei eher eine Ergänzung und da „muss man sich fortbilden.“ Außerdem sei es ja nicht so, dass von heute auf morgen plötzlich alle Autos mit Verbrennungsmotoren nicht mehr da seien.
Das waren nur ein paar Beispiele von jungen Leuten, die sich und ihre Ausbildungsberufe am Tag der Technik am 6.Juni in der Steinbeisschule präsentierten. Insgesamt waren es etwa 350 Gäste, die an diesem Donnertag vor Pfingsten den Weg ins Schulgebäude und die Werkstätten fanden, um sich bei den etwa zwei Dutzend anwesenden Firmen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Die schulischen Mitmachangebote  zum Bau eines Handyhalters aus Metall, die Möglichkeit zum Schweißen im Schweißraum, die Besichtigung der I4.0-Anlage oder auch ein kühles, mit Stickstoff hergestelltem Eis rundeten  das Programm ab.

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