Abschlussveranstaltung der „Cooperation Schule-Hochschule“ (COSH) bei den „Campustagen“ der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Reutlingen

Mit zwei übergeordneten Fragestellungen, jeweils eine aus dem Bereichtl_files/Bilder/Schueler/IMG_20181116_093634_2.jpgder Ingenieurwissenschaften sowie einer anderen aus dem Bereich der Mathematik beschäftigten sich am vergangenen Freitag Schülerinnen und Schüler der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Reutlingen. Mit dieser Abschlussveranstaltung endeten die „Campus-Tage“ an der FVS- ein mehrwöchiges Projekt an Reutlingens größter technischer Berufsschule mit dem Ziel, die Studierfähigkeit von Schülern zu verbessern. Seit Mitte Oktober waren die Schüler dazu zu einzelnen Veranstaltungen an der Hochschule Reutlingen, aber auch an der Uni Tübingen unterwegs gewesen. Bei der Schlussveranstaltung der COSH Regional (Cooperation Schule-Hochschule) wurden die Zwölftklässer diesmal von Christian Höfert, Barbara Priwitzer und Stefan Pitsch von der Hochschule Reutlingen betreut. Von der Uni Tübingen war der Mathematiker Chris Fingerhut dabei.

Die Zwölftklässer des Technischen Gymnasiums widmeten sich zum einentl_files/Bilder/Schueler/IMG_20181116_093649_2.jpg der Frage „Wie schnell ist das Skateboard?“, zum andern erfuhren sie beim Workshop „Mystery- vom Kartentrick zur Anwendung“ mit welchen Problemstellungen sich Mathematiker heutzutage beschäftigen. Christian Fingerhut, Mathematiker an der Uni Tübingen, erinnerte zu Beginn daran dass „Rechnen“ nicht das Hauptziel des Mathematikstudiums sei sondern die Fähigkeit, mathematische Konzepte für die verschiedensten Anwendungsgebiete zu entwickeln. Als Mathematiker, so Fingerhut, habe man viele mögliche Berufsfelder. Dazu zählten beispielsweise Versicherungen, Finanzmärkte, der große Bereich der Informatik- aber auch das Feld der Unternehmensberatung.

Anhand eines Sortiertricks mit einem Kartenspiel demonstrierte Fingerhut sodann sehr eindrücklich, um was es bei der Frage nach der Entwicklung eines mathematischen Konzeptes geht. Aus einem Kartenstapel von 8 Karten merken sich die Schüler eine bestimmte Karte. Der „Mtl_files/Bilder/Schueler/IMG_20181116_095820_2.jpgagier“ soll nun durch ein Sortierverfahren diese bestimmte Karte herausfinden. Dabei dürfen die Karten nur in zwei Stapeln links/rechts sortiert werden, das war die Spielregel beim Trick. In kürzester Zeit konnte Fingerhut die richtige Karte herausfinden. Die Schüler wurden nach der Demonstration dieses Kartentricks nach ihren Beobachtungen befragt. Es stellte sich dabei heraus, dass die Sortierung der Karten nach bestimmten Mustern oder Regeln stattfand. Diese These durften die Schüler anschließend selbst überprüfen, in dem sie in Kleingruppen den Sortiertrick selbst ausprobierten.

Mathematiker Fingerhut bemerkte dazu, “ Mathematik ist skalierbar- man kann vom Kleinen aufs Große kommen.“ Der Kartentrick war also im Grunde genommen zunächst “nur“ eine mathematische Spielerei – aber zugleich, wegen seiner Übertragbarkeit von „magischen Zirkeln“ und „Zauberkabinetten“ auf das Wirtschaftsleben Grundlage für die Automatisierung der modernen Datenverarbeitung. Tatsächlich fanden die ersten maschinellen Sortierverfahren in der Lochkartenmaschine von Hermann Hollerith (in der amerikanischen „Tabulating Machine Company von 1896, einem Vorläufer von IBM) ihre Anwendung.

Im Lauf der Veranstaltung gab Christian Fingerhut den Schülerinnen und Schülern noch drei Erkenntnisse mit auf den Weg, die ihn in seiner Entscheidung für ein Mathestudium bestärkt haben:

1. „Mathe macht Spaß.“ 2.“Mathe muss man erfahren (-darum die Demonstration des Tricks)“ und 3. „Mathematik braucht Definitionen und Grundannahmen.“ Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Herrn Fingerhut sehr gut gelungen ist seine eigenen Erkenntnisse an unsere Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

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