Mechatroniker in alpinem Gelände

Zum zweiten Mal innerhalb unserer Berufsschulzeit ging es für uns, Mechatroniker im 3.Lehrjahr, auf eine 3-tägige Hüttentour in die Berge. Mit mehreren PKWs fuhren wir über die Alb an den Bodensee und das Rheintal in Richtung Montafon. Kurz davor dann aber rechts ab: das Brandnertal im Rätikon war diesmal das Ziel. Bei bedecktem Himmel machten wir uns von Brand (1000müNN) aus auf den Weg zur Douglashütte (1970müNN). Mit großem Gepäck galt es zumindest die 500 Höhenmeter bis zur Talstation der Lünerseebahn zu überwinden. Dort trennte sich die Spreu vom Weizen: den echten Schwaben unter uns waren die 9€ für die Gondelfahrt zu teuer, ergo wurde gelaufen. Die nicht ganz so geizigen stiegen in die Bahn, entkamen dem aufkommenden Regen und waren gut betreut von Frau Reuter (Fa. voestalpine) zuerst auf der Hütte, um die Matratzenlager in Beschlag zu nehmen.
Der Wetterbericht hatte positiveres in Aussicht gestellt…. Mal sehen. Der Abend wurde genutzt, den durch den anstrengenden Aufstieg beanspruchten Elektrolythaushalt auszugleichen, Karten zu spielen oder einfach nur eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Die von einem Schüler hoch geschleppte tl_files/Bilder/Fotos_Berichte/Allgemeines/Mechatroniker auf Ausflug/Bild1_Mechatroniker_Ausflug.jpgWasserpfeife (!) wurde mit aromatisierten, jedoch nicht berauschenden Kräutern bestückt und erfreute sich großer Beliebtheit. Um 22.00 Uhr Hüttenruhe und…es war ruhig. Das Hüttenteam war hin und her gerissen zwischen Verwunderung und Begeisterung, ob einer so lustigen aber disziplinierten Gruppe.  
7.30Uhr, aufstehen, Blick aus dem Fenster…..KAISERWETTER!!! Lager räumen, Frühstück, Abmarsch um 9.30Uhr. Wir hatten keinen Zeitstress, da die zu bewältigenden Entfernungen und Höhenmeter sparsamerer als im vergangenen Jahr gewählt waren. Das miteinander jedoch wurde sehr groß geschrieben. Ziel: Heinrich-Hüter-Hütte (1766m) via Saulasteig.

Wer sich mehr fordern wollte, konnte noch den Abstecher über den Saulakopf (2517m) machen. Wie selbstverständlich wurde einander geholfen, wenn z.B. eine seilversicherte Passage von einem tl_files/Bilder/Fotos_Berichte/Allgemeines/Mechatroniker auf Ausflug/Bild2_Mechatroniker_Ausflug.jpgGipsarmträger nicht ohne weiteres zu bewältigen war. 400 Höhenmeter mehr für eine wunderbare Aussicht und einen ersten Blick hinunter auf unsere Bleibe für die nächste Nacht. Recht früh hatten wir die Hütte erreicht, der restliche Tag war noch lang.

 Bewährter Zeitvertreib waren auch hier Wasserpfeife, Kartenspiel, Elektrolythaushalt ausgleichen und – wie im vergangenen Jahr: Tischklettern. Dabei gilt es eine Bierbank zu UNTERqueren, ohne dabei den Boden zu berühren. Start- und Endposition liegend auf dem Tisch. Einige Schüler der Klassen scheinen das vergangene Jahr genutzt zu haben um zu üben. Erfreulich viele haben es geschafft. Schon mal probiert?? J 

 

Der dritte und letzte Tag kam leider viel zu schnell, begrüßte uns aber auf der Frühstücksterrasse mit einem Traumpanorama mit schneebedeckten Gipfeln, stahlblauem Himmel und Glockengeläut der unter uns auf der Weide grasenden Kühe. Fast schon kitschig. Ein etwas dünner Hüttenkaffee hat uns dann aber auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Rückweg zur Douglashütte führte uns in weitem Bogen um den Schafgafall herum.

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Es ging über Dolinenfelder, an Kreidefelsen und Gesteinsformationen vorbei, die auch Nicht-Geologen in ihren Bann schlagen. An der Bergstation der Lünerseebahn angekommen, war das eine oder andere Knie der Meinung, dass es doch lohnenswert wäre, 9€ in die Hand zu nehmen und komfortabel hinab zu schweben, andere wiederum ließen es sich nicht nehmen und haben die Beine in die Hand genommen. Einige davon sind noch vor der Gondel an der Talstation eingetroffen. Die letzten paar Kilometer abwärts wurden müde aber zufrieden abgespult, bevor wir nach einer kurzen Erfrischung im Bach die Heimreise antraten.

 

 Fazit des Lehrers

Selten sieht man so viele erschöpfte aber zufriedene Gesichter auf einmal, wie auf einer Bergtour mit einer Schulklasse. Mit dem einen oder andern Glas Bier am Abend (alle Teilnehmer waren über 18 Jahre alt) aber ohne Alkohol- oder sonstige Drogenexzesse. Eindrücke die bleiben. Und: jederzeit wieder.

Vielen Dank an die Fa. voestalpine, die uns 2 Firmenfahrzeuge unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Dank auch an Frau Reuter, die wieder mit dabei war.

Ein wunderbarer Gastbeitrag von unserem Lehrerkollegen Sigi Stehlig !

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