Mit neuem Konzept erfolgreich fördern - Freiwilliges Soziales Jahr an der Steinbeisschule

Laura Maurer hilft Mittelstufenschülern auf die Sprünge

Um es gleich am Anfang zu sagen: nein, Laura Maurer hat derzeit nicht vor, Lehramt zu studieren. Die Neunzehnjährige mit den blonden Haaren und dem offenen Lachen zieht es in Richtung Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. Das ist für Abiturientinnen, die vom Technischen Gymnasium tl_files/Bilder/Fotos_Berichte/Allgemeines/Laura Maurer/LauraMaurer_Bericht_2020.jpgder Reutlinger Steinbeis-Schule kommen, nichts Ungewöhnliches. Nach einem Abitur dort, mit dem sie „sehr zufrieden“ war, hat sich Laura entschieden, das Angebot der Schule, als FSJlerin Schüler mit Nachhilfe in Fächern wie Mathe und Naturwissenschaften zu unterstützen, angenommen. Darüber hinaus hilft sie bei Bedarf aber auch anderweitig, etwa beim Schreiben von Bewerbungen. Zudem ist sie bei einem Förderprogramm der Paula-und Wilhelm-Winkler -Stiftung  für Schüler der Mittelstufe  als Betreuerin und Begleiterin dabei. Bis zum Ende dieses Schuljahres ist sie für die Schüler da.

Zu diesen Schülern - so erklären es Schulleiter Dominik Kugler und Abteilungsleiter Stefan Kiem-   gehören junge Leute aus allen Schularten von der Hauptschule bis hin zu mittleren Bildungsabschlüssen sowie auch Schüler des VAB- der „Vorqualifizierung Arbeits- und Berufsleben“.  Die Mittelstufe ist eine, so erläutert es ihr Leiter Stefan Kiem, ziemlich heterogene Schülergruppe, für die der Übergang von der Schule ins Berufsleben oft schwer sei.  Denn die Schüler kämen oft aus ländlichen Gegenden mit kleineren Schulen, die sich an der im Vergleich dazu großen Ferdinand-von-Steinbeis-Schule erst einmal zurecht finden müssten.  Zudem gäbe es oft große Unterschiede bei den schulischen Leistungen und auch beim Sozialverhalten.

Die Idee zur Einrichtung einer FSJ-Stelle, die jetzt Laura Maurer  mit viel Engagement ausfüllt, kam, so Dominik Kugler, aus der Umstrukturierung der Abteilungen an der Steinbeisschule  und  sei eine der Antworten der Schule auf die pädagogischen Herausforderungen, die sich heute im Schulleben stellen. Die Steinbeisschule ist derzeit die einzige gewerbliche Schule mit einer FSJ-Stelle in ganz Baden-Württemberg. Finanziert wird die vorerst für die nächsten fünf Jahre gesicherte Stelle nicht vom Landkreis Reutlingen als Schulträger, sondern aus Mitteln des Fördervereins der Schule sowie aus Geldern der  Paula -und Wilhelm- Winkler-Stiftung. Für das Pilotprojekt wird Laura an insgesamt 25 Seminartagen, so wie alle anderen jungen Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten möchten, pädagogisch geschult.

„Einen typischen Tag? Den gibt es nicht.“, meint Laura Maurer. Es werde nie langweilig. Zu den Schülern, die sie betreut, hat sie, weil sie kaum älter als ihre Klientel ist, einen guten Draht. Luca Fabiano—Dreher und Maximilian Chart, 17 und 16 Jahre alt, aus der Zweijährigen Berufsfachschule Elektro bestätigen das. Durch Lauras geduldige Hilfe hat sich Luca  in Mathe von einer „4“ auf Note „2“ verbessert. Maximilian hatte große Probleme in Physik , jetzt steht er auf „1,5“. Die FSJ-Stelle hat sich für Schüler, die bereit waren, das niederschwellige, kostenlose Hilfsangebot der FVS anzunehmen, also schon ausgezahlt. 

Schulleiter Kugler betont, wie wichtig es sei, Schüler immer wieder zu motivieren, ihnen Mut zu machen, Chancen zu geben.  Auch da sei Lauras Arbeit sehr wichtig. Denn letzten Endes, so Kugler, „dienen alle schulischen Fördermaßnahmen dazu, Schüler mit guten Perspektiven zum erfolgreichen Schulabschluss zu bringen, ihnen zu einem Abschluss mit optimalen Anschlussperspektiven zu verhelfen.“ Auch nach Laura Maurers Zeit  im Freiwilligen Sozialen Jahr wird das erfolgreiche Konzept weitergeführt, nach potentiellen Nachfolgern für Laura schaut man sich an der Schule bereits um.

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